Gemälde

 

       

Gewinner Heinrich
geboren am 31.01.1884 in Himmelkron
gestorben am 05.01.1962 in Bad Berneck

ein Bernecker Original - der in der Hofer Straße als biederer Malermeister ein kleines Malergeschäft betrieb.

Dr. Friedrich Maximilian Lamprecht, hatte 1921 nach Berneck geheiratet und sich dort als praktischer Arzt niedergelassen. Dr. Lamprecht war im 2. Weltkrieg ein sehr hoher Militärarzt. Dr. Lamprecht war mit Heinrich Gewinner befreundet und erkannte dessen künstlerisches Talent und animierte ihn zu malen.

Oft trafen sie sich auf Zuruf und saßen gemeinsam an einem kleinen Weiher auf der Horlache und malten einen Sonnenauf- oder auch Sonnenuntergang sowie andere Motive. In der Neuen Kolonnade restaurierte der Gewinner’s Heiner die Wandgemälde.

In der zweiten Hälfte seines Lebens schlug Heinrich Gewinner sein Domizil an den Steinweihern auf. Dort hatte er eine bescheidene Unterkunft. In einem Weiher hatte er eine Forellenzucht, und in den benachbarten drei Weihern eine Karpfenzucht angelegt. Es ist überliefert, dass alle seine Forellen einen Namen hatten und seinem Ruf folgten. Außerdem verbesserte er sein Einkommen durch die Zucht von Nutrias. Nutria ist eine aus Südamerika eingebürgerte Nagetierart, und wird gelegentlich mit der Bisamratte verwechselt. Diese ist allerdings kleiner und hat einen abgeplatteten Schwanz. Ein Nutria erreicht eine Körpergröße von ca. 65 cm und wiegt erwachsen 8 bis 10 kg. Die Biberratte ist ein Pelzlieferant. Nutriafelle sind vor allem wegen ihrer dichten und äußerst feinen Unterwolle begehrt. Anfang des 19. Jahrhunderts wurden für Nutriapelze sehr hohe Preise erzielt. Ferner gilt Nutriafleisch als sehr schmackhaft. Im Geschmack kommt es etwa dem Spanferkel gleich.

Heinrich Gewinner und sein geliebter Schnupftabak. Die Versorgung übernahm der „Bojak - Chauffeur“ der Buslinie Hof - Bayreuth. Einkauf in Berneck beim Julius Bube am Marktplatz und Auslieferung an den Steinweihern.
Heinrich Gewinner war ein sehr geselliger Mensch und stets zu einem Streich aufgelegt. Selbst Gäste aus dem renommierten Hotel Bube schätzten seine Gesellschaft. Es gibt zahlreiche Anekdoten von ihm und seinen Freund Martin Einsiedel. z.B. das Bärentreiben, Frau Amtsgerichtsrat Hock und der Besenstiel im Arsch, das Umgehen eines Wirtshausverbotes, der Kalkeimer vor der Wirtshaustür usw.

Der G`winners Heiner, wie er überall genannt wurde, war kein Spaßverderber und konnte auch selbst manchen derben Schabernack, den man ihm spielte, gut vertragen. Vor allem dann, wenn es auf Mitternacht zuging und der Heiner an einem Abend nicht nur in einem Gasthaus gezecht hatte. Wenn er dann in fröhlicher Runde seinen „Fidibus“ vorführte, dachte niemand in der Wirtsstube ans Heimgehen – soviel Freude und Spaß konnte der G’winners Heiner verbreiten.
Große Gemälde von Heinrich Gewinner findet man in den Gaststätten z.B. Merkel, Teufel, Riedelbauch und Waldlust. Mit dem Verkauf kleinerer Gemälde hat er seinen bescheidenen Lebensunterhalt finanziert.

In der Nachkriegszeit gab es eine große Gemäldeausstellung im Kurhaus. Heinrich Gewinner war einer der Aussteller. Die Fränkische Presse berichtete über den „ländlichen Maler ohne Ausbildung“, der einen Preis gewonnen hatte. Heinrich Gewinner verstand das völlig verkehrt und legte großen Wert darauf, das er sieben Jahre die Volkschule besucht habe.
Das kauffreudige Publikum dieser Ausstellung stellten in erster Linie die amerikanischen Besatzungssoldaten.

Heinrich Gewinner starb im Jahre 1962. Er wurde 78 Jahre alt. K.R.

 
 
 
 
 
 
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